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18. November 2025 | Redaktionsteam | merkur-start up

Im Handwerk gründen mit Dirk Großjung

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Handwerker werden dringend gesucht. Nicht nur von denjenigen, die jemanden beauftragen wollen, vor allem auch von Betrieben und als Nachfolger. Da scheint es aufgrund der hohen Nachfrage besonders clever, im Handwerk zu gründen. Was Sie dabei wissen müssen und welche Fehler gerade im Handwerk häufig sind, haben wir mit Gründungscoach und selbst Handwerksmeister Dirk Großjung besprochen:

Gründen im Handwerk

Warum es mehr Gründungen und Nachfolger im Handwerk braucht

Viele Handwerksbetriebe stehen kurz vor dem Aus. Die „Babyboomer“ sind mittlerweile kurz vor der Rente, sodass in den nächsten bis zu 15 Jahren viele Betriebe dringend Nachfolger suchen. Andernfalls müssen diese Betriebe schließen. Viele arbeiten schon länger als sie müssten, da keine Übernahme in Aussicht ist. Daher kann auch Unternehmensnachfolge für angehende Gründende eine Option sein. Grundsätzlich könnte Deutschland aber insgesamt einen Zuwachs in Sachen Gründung im Handwerk gebrauchen. Und weil das Thema so brisant ist, haben wir dazu ein Interview geführt.

Gründen als Handwerksmeister im Coaching mit Dirk Großjung

Dirk Großjung ist seit vielen Jahren Gründungscoach mit dem Schwerpunkt Handwerk und deshalb auch genau der richtige Ansprechpartner. Als Handwerksmeister kennt er die täglichen Herausforderungen und Chancen dieser Branche aus eigener Erfahrung. Und genau aus diesem Erfahrungsschatz kann er Gründende bei der merkur-start up im Coaching bestens begleiten.  Nachdem er selbst über Jahrzehnte hinweg unternehmerisch aktiv war, hat er jetzt seine Leidenschaft darin gefunden, Gründerinnen und Gründer auf ihrem Weg in die Selbständigkeit zu begleiten und zu stärken. Sein Fokus liegt darauf, Gründende im Handwerksbereich von der ersten Idee bis zur nachhaltigen Umsetzung zu begleiten – insbesondere bei Betriebsübernahmen, wo viele spezielle Herausforderungen zu bewältigen sind. Dabei verbindet er betriebswirtschaftliches Know-how mit Praxiswissen und unterstütz gezielt in der Strategieentwicklung, Finanzierung und Organisation. Dirk Großjung versteht sich im Coaching als verlässlicher Sparringspartner, reflektierende Stimme und
inspirierender Impulsgeber.

Wir haben ihn zum Thema Gründen im Handwerk, aber auch Nachfolge gesprochen. Hier kommt das Interview mit ihm:


Herr Großjung, das Handwerk stirbt so langsam aus. Es werden händeringend Nachfolger gesucht, auch die Neugründungen bleiben aus. Welche typischen Stolpersteine begegnen insbesondere Gründenden im Handwerk?

Das stimmt, es gibt einen großen Bedarf im Handwerk. Gründer und Gründerinnen scheitern oder stolpern meist bei den gleichen Themen. Zu den typischen Problemen, die ich immer wieder erlebe, zählen Fehleinschätzungen bei Material-, Energie- und Verbrauchskosten, aber auch Erstinvestitionen werden unterschätzt. Wir sprechen also von den Investitionen in die Werkstätten, aber auch in Maschinen und weitere Gerätschaften. Die sind meist nicht plausibel. Dann kommen Punkte hinzu wie schwankende Auftragslage und auch saisonale Aufträge, die Unsicherheit bedeuten. Mangelnde Liquiditätsplanung, also der Cashflow, ist bei vielen Gründern und Gründerinnen ein großer Stolperstein, nicht nur im Handwerk. In vielen Fällen fehlt auch die Kenntnis zu Nachweispflichten, behördliche Anforderungen und Normen, die eingehalten werden müssen. Und sind es auch unklare Positionierung bzw. die Differenzierung vom Wettbewerb und einfach fehlende Vertriebs- und Marketingstrategie, was viele stolpern lässt. Wer dann einen Betrieb mit Mitarbeitern übernimmt oder aber Mitarbeitende einstellt, der unterschätzt häufig auch das Personalmanagement.

All das zählt zu den häufigsten Hürden im Handwerk. Im Coaching decken wir diese Themen systematisch auf und entwickeln Lösungen, um das Risiko zu minimieren.

Unterstützung kann dabei eine große Hilfe sein. Warum ist ein Coaching speziell für Existenzgründungen im Handwerk sinnvoll?

Im Handwerk gelten oft andere Rahmenbedingungen als im Industrie- oder Handelsbereich: Ganz egal, ob technische Anforderungen, Meisterpflichten, Kalkulation von Material- und Lohnkosten, gesetzliche
Vorschriften, regionale Beschaffungsstrukturen, Wettbewerb mit etablierten Betrieben etc.

Da gibt es auch wieder zahlreiche Punkte, die eine Rolle spielen. Viele Gründer haben großes fachliches Know-how, aber wenig betriebswirtschaftliches Rüstzeug. Ein Coaching hilft, diese Lücke zu schließen. Dabei können wir daran arbeiten, Risiken früh zu erkennen, realistische Planungen zu erstellen und eine tragfähige Struktur aufzubauen.

Gründung heißt ja nicht immer Neugründung, auch eine Betriebsübernahme kann eine Option für Gründende sein. Viele Betriebe stehen in den nächsten Jahren zur Nachfolge bereit, denn die „Babyboomer“-Generation geht in Rente. Was unterscheidet die Gründung durch Nachfolge von der Neugründung?

Eine Betriebsübernahme bringt besondere Chancen und Risiken mit sich:

  • Der Betrieb ist oft bereits etabliert mit Kundenstamm, Ausstattung und Reputation.
  • Gleichzeitig können Altlasten bestehen: Schulden, Vertragsverpflichtungen, veraltete Technik bspw.
  • Die Integration neuer Strukturen oder Modernisierung kann herausfordernd sein.
  • Es gilt, den bestehenden Betrieb behutsam weiterzuführen und zugleich eigene Vorstellungen einzubringen.

Und all das stellt Gründende vor Herausforderungen. Eine Unternehmensübernahme erfordert vom potenziellen Käufer eine gründliche Vorbereitung, von der Analyse des zum Verkauf stehenden Betriebs über die rechtliche und wirtschaftliche Bewertung bis hin zur Planung eines klaren Integrationskonzepts. Genau auf diese entscheidende Vorbereitungsphase richte ich mein Coaching auch speziell aus: Dabei geht es mir um die Vermittlung von Struktur, Klarheit und Handlungssicherheit für einen erfolgreichen Start in die Unternehmensnachfolge.

Was sind typische Fragen, die Sie bei einer Betriebsübernahme mit Ihren Klienten durchgehen?

Zu den zentralen Fragen zählen z.B.:

  • Wie sieht die aktuelle Bilanz und Vermögensstruktur des Betriebs aus?
  • Welche Verbindlichkeiten existieren (Darlehen, Leasingverträge, Mietverträge)?
  • Wie hoch ist der „Goodwill“ (Firmenwert, Geschäftswert), Kundenbeziehungen, Markenwert, Reputation?
  • Welche technischen Anlagen sind vorhanden und in welchem Zustand sind diese?
  • Wie sehen Lieferanten-, Kunden- und Vertragsbeziehungen aus?
  • Gibt es Personal, und wie ist deren Qualifikation und Fluktuation?
  • Welche Modernisierungs- oder Investitionsbedarfe bestehen?
  • Wie lässt sich die Übernahme finanziell realisieren (Kaufpreis, Finanzierung, Fördermittel)?
  • Wie erfolgt die Übergabe (Zeitplanung, Wissenstransfer, Kommunikation)?

Im Coaching unterstütze ich bei der Bewertung dieser Aspekte und bei der Entwicklung eines realistischen
Übernahmekonzepts.

Welche Voraussetzungen sollte jemand mitbringen, der einen Handwerksbetrieb übernehmen will?

Es gibt einige Voraussetzungen, die hilfreich sind. Zum Einen sollte man die fachliche Meisterqualifikation oder vergleichbare Kompetenzen mitbringen, denn für viele Handwerksbetriebe ist das Vorschrift. Dazu gehört aber auch unternehmerisches Interesse und die Bereitschaft, Verantwortung zu tragen. Eine Übernahme ist meist mit mehr Verantwortung verbunden als eine Neugründung. Dann sollte man als Nachfolger sorgfältige Analyse- und Planungsfähigkeiten besitzen, am besten in Kombination mit der nötigen Kommunikations- und Veränderungsbereitschaft. Wer übernehmen möchte, muss aber auch die Finanzierungsmittel mitbringen oder zumindest Zugang zu Kapital haben. Andernfalls lässt sich die Betriebsübernahme gar nicht realisieren. Und nicht zu vergessen, auch Geduld und Durchhaltevermögen sind wichtige Voraussetzungen.

Wie wichtig sind Marketing und auch Kundengewinnung und gibt es gerade im Handwerk Besonderheiten dabei?

Beides ist extrem wichtig. Selbst die beste handwerkliche Qualität bleibt wirkungslos, wenn niemand von Ihrem Betrieb weiß. Sichtbarkeit ist entscheidend – viele Handwerksbetriebe verlassen sich noch zu sehr auf Mundpropaganda und ihre lokale Bekanntheit. Und das ist gefährlich. Genau deshalb erarbeiten wir im Coaching auch eine genaue Zielgruppendefinition und wie die Online-Präsenz auszusehen hat, bspw. mit Website, Social Media und auch in den Suchmaschinen. Darüber hinaus sind auch Empfehlungsmarketing und gezielte Netzwerkstrategien hilfreich. Im Coaching legen wir aber auch den Grundstein für ein durchdachtes Angebotsdesign und eine gute Preiskalkulation. Gemeinsam besprechen wir zusätzlich auch Vertriebsprozesse, also z. B. Reaktion auf Anfragen, Nachverfolgung von Leads und was sonst noch nötig ist.

Wer in überregional stark umkämpften Märkten überzeugen will, braucht einen klaren, wieder erkennbaren Unternehmensauftritt als zentrales Erfolgsinstrument.

Neben dem erfolgreichen Unternehmensauftritt, welche Faktoren entscheiden häufig darüber, ob eine Gründung oder Übernahme im Handwerk gelingt?

Es ist natürlich ein Zusammenspiel aus vielen Dingen. Aber die häufigsten Erfolgsfaktoren kann ich Ihnen aufzählen:

  • Realistische Planung und konservative Kalkulation
  • Puffer für Liquidität und unvorhergesehene Kosten
  • Vernetzung (z. B. Handwerkskammer, Verbände, Netzwerke – abhängig vom Gewerk)
  • Marketing und Sichtbarkeit
  • Flexibilität und Anpassungsfähigkeit
  • Realistisches Controlling und Monitoring
  • Persönliche Führungskompetenz und Selbstmanagement

Über die Stolpersteine und Hürden haben wir bereits gesprochen. Worauf sollten Gründer unbedingt noch achten, um Fehler zu vermeiden?

Es gibt einfach typische Fehler. Zum Einen sind das die finanziellen Aspekte, also überoptimistische Umsatzerwartungen, die dann natürlich nicht eintreffen genauso wie zu knappe Liquiditätspuffer. Das bricht vielen das Genick. Dann kommen aber auch Vernachlässigung der Verwaltung, Buchhaltung und rechtlicher Aspekte hinzu. Häufig werden auch Betriebsübernahmen auf die leichte Schulter genommen und der Übergabeprozess bei der Übernahme ist einfach schlecht. Da bleiben viele Dinge ungeklärt oder es ergeben sich böse Überraschungen im Nachhinein. Und es spielt auch wieder die Anpassungsfähigkeit mit rein, die ich gerade schon genannt habe. Denn mangelnde Anpassung an Marktveränderungen können auch zum Aus führen. Und auch der letzte Punkt ist schon angeklungen, denn viele Gründende sind allein unterwegs und nutzen zu wenig Beratung oder Coaching. Dabei kann das enorm helfen.

Im Coaching fördere ich bei Gründern die Fähigkeit, unternehmerische Risiken frühzeitig zu erkennen, Fehlentscheidungen zu vermeiden und mit vorausschauenden Maßnahmen nachhaltig gegenzusteuern. Damit legen wir die Basis für langfristigen Erfolg.

Was möchten Sie Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben, die den Weg in die Selbständigkeit oder auch Übernahme im Handwerk gehen wollen?

Ich möchte ihnen drei Gedanken mitgeben:

  1. Mut zur Präzision. Ihre Idee ist wertvoll, aber ohne sorgfältige Planung ist sie verletzlich. Ein gutes Fundament schützt vor Überraschungen.
  2. Coaching ist kein Luxus, sondern ein Hebel. Gerade im Handwerk, wo technische und kaufmännische Anforderungen eng verzahnt sind, kann ein Coach als Lotse und Sparringspartner entscheidende Differenz ausmachen.
  3.  Im Handwerk begegnet man dem Auftraggeber immer persönlich. Daher ist ein geerdetes, freundliches und zugleich hilfsbereites Auftreten von großer Bedeutung. Eine professionelle Ausstrahlung auf Augenhöhe schafft Vertrauen, Respekt und eine solide Basis für erfolgreiche Zusammenarbeit – und genau das sollte man sich jederzeit bewusst machen.

Mit Leidenschaft, Weitblick und professioneller Unterstützung lassen sich im Handwerk auch große Schritte erfolgreich gehen – ganz gleich, ob aus einer Neugründung heraus oder im Rahmen einer Betriebsübernahme.

Fazit: Egal ob Neugründung oder Übernahme – im Handwerk gründen erfordert genaue  Vorbereitung

Das Handwerk hat eine Sonderstellung in Sachen Gründung, den es fordert von Gründenden noch mehr Vorbereitung und Planung. Dabei ist es egal, ob es um eine Betriebsübernahme oder eine Neugründung geht. Die meisten Fehler und Hürden werden vor allem dadurch gemacht, dass Gründende zu sorglos an die Gründung im Handwerk herangehen, sagt Dirk Großjung. Im Interview schafft er ein Bewusstsein für die Voraussetzungen und auch die Herausforderungen, die das Handwerk mit sich bringt. Er plädiert für ein sorgfältiges Konzept, das vor allem auch im Coaching oder durch Beratung entstehen kann.

Wenn Sie im Handwerk gründen wollen, oder aber lieber einen bestehenden Handwerksbetrieb übernehmen möchten, dann ist das Ihre Chance. Im Gründungscoaching können Sie Ihre Gründung vorbereiten, gängige Fehler durch die Beratung vermeiden und so direkt Risiken minimieren. Nutzen Sie unser kostenloses Erstgespräch für mehr Informationen!

 

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