+++ Wiederaufnahme der Präsenzcoachings - unter Berücksichtigung besonderer Schutz- und Hygienemaßnahmen 0800.0007827 +++

17. August 2018 | Redaktionsteam | merkur-start up

Businessplan erstellen: Mit diesen Inhalten bekommen Sie den Gründungszuschuss

Für Gründer ist ein Businessplan der beste Reiseführer, denn vor und während der Gründung gilt es, viele Dinge im Blick zu haben und sich entsprechend auf zahlreiche Aspekte vorzubereiten. Am Ende sollte das Ziel aber klar vor Augen sein, neben den ganzen anderen Dingen. Wenn Sie als Gründer mit einer Gründungsidee starten und diese umsetzen wollen, ist ein guter Businessplan deshalb unerlässlich. Auch zur Erstellung des Pitchdecks hilft der erstellte Businessplan ungemein, wie wir schon in unserem Beitrag zum Pitchdeck erklärt haben. Die Arbeit dafür ist im Prinzip ähnlich. Was alles zwingend in den Businessplan muss, was Sie vielleicht zusätzlich noch mit aufnehmen können und wie es so gelingt, den Gründungszuschuss zu bekommen, das lesen Sie nachfolgend.

Der Businessplan: Wie gliedert sich der Businessplan auf?

Am Anfang steht ganz klar das Executive Summary. Davon haben Sie vielleicht schon einmal gehört, denn das bietet dem Leser eine gute Zusammenfassung Ihres Businessplans. Leider fehlt den meisten die Zeit, den Businessplan komplett von Anfang bis Ende zu lesen. Daher greifen viele, vor allem aber auch Investoren und Kapitalgeber, auf diese kurze Darstellung Ihres Gründungsvorhabens (sowie auf den anschließenden Zahlenteil) zurück und lesen höchstens einzelne Passagen noch nach, die Sie dann im Detail interessiert.

Im Hauptteil, nennen wir es einmal, geht es dann um die inhaltliche Ausarbeitung und die genaueren Details, die im Executive Summary zusammengefasst sind. Das beinhaltet Ihre Geschäftsidee, eine Analyse der Branche und des Marktes, Ihr Konzept für Marketing und Vertrieb sowie das Management. Darüber hinaus sollten Sie Kapitel zu Chancen und Risiken anfügen, bevor es da im letzten großen Drittel um den Zahlenteil, also um Ihre Kalkulation, geht. Im Weiteren werden wir uns das noch einmal genauer ansehen.

Form und Layout des Businessplans

Natürlich spielt auch das Äußere eine wichtige Rolle, denn der erste Eindruck beim Leser entsteht, wenn dieser Ihr schriftliches Geschäftskonzept zum ersten Mal in den Händen hält. Insofern sollten Sie auch auf Form und Layout Ihres Businessplans entsprechend Wert legen und etwas Zeit dafür beim Schreiben und eben Gestalten einplanen. Was die Gestaltung angeht, sollten Sie dieses so schlicht wie möglich halten und das Leseerlebnis damit einfach gestalten. Achten Sie hierbei auf Ränder auf den Seiten, genügend Absätze und entsprechende Zwischenüberschriften, die das Lesen erleichtern. Dabei spiel auch die Schriftgröße und die Schriftart eine Rolle, denn hierbei kommt es auf ein klares Schriftbild an. Lediglich für Gestalter, Architekten und Designer spielt auch die Form ein wesentlicher Aspekt, der zur Veranschaulichung Ihrer Fähigkeiten und kreativen Skills dienen kann. Aber auch hier sollten Sie nach dem Motto „Weniger ist mehr“ vorgehen.

Grundlegende Formalien

Was den Umfang Ihres Businessplans betrifft, ist hier ein Richtwert von etwa 30 – 35 Seiten anzusetzen, den die meisten Gründer für die Ausführung Ihrer Gründungsidee in allen wesentlichen Aspekten benötigen. Starten Sie mit einem entsprechenden Deckblatt, dass kurz Aufschluss über Ihre Gründungsidee als Titel und Sie als Person (oder des Teams) mit Name und Kontakt gibt. Fügen Sie im Anschluss ein Inhaltsverzeichnis hinzu, sodass auf den ersten Überblick zu sehen ist, womit Sie sich alles beschäftigen und wenden Sie Ihr gewähltes Format in der Nummerierung konsequent an. Was die Formulierung angeht, halten Sie Ihre Ausarbeitung möglichst in einfacher Sprache und leicht verständlich. Keiner möchte hier eine wissenschaftliche Arbeit mit zahlreichen Fremdwörtern und Fachgesimpel lesen, auch fachfremde Leser sollten verstehen, was Ihre Gründungsvorhaben ist.

Die inhaltliche Gestaltung Ihres Businessplans

Wie bereits oben aufgezählt, sollte die schriftliche Ausarbeitung Ihres Geschäftskonzepts konkrete Punkte enthalten und ausführlich darstellen. Der Sprachstil sollte klar und präzise und dabei einfach verständlich sein. Behalten Sie das bei und passen Sie diesen gegebenenfalls aneinander an, wenn mehrere Autoren an Ihrem Businessplan mitarbeiten. Bereiten Sie die Informationen gut vor und sammeln Sie jede Menge Fakten. Mehr dazu können Sie in diesem Artikel nachlesen. Die einzelnen Kapitel und Themen schauen wir uns jetzt genauer an:

Executive Summary

Diese kurze Zusammenfassung des Businesspans sollte Ihr Geschäftskonzept umfassend, aber prägnant wiedergeben. Das Executive Summary sollte wesentliche Inhalte umfassen, aber nicht zu sehr in die Tiefe gehen. Fokussieren Sie sich dabei auf die wichtigste Punkte zu den einzelnen Themen, denn diese Zusammenfassung sollte auf maximal 1,5 Seiten passen.

Ihre Geschäftsidee

Im ersten Kapitel, das Ihr Geschäftskonzept näher beschreibt, steht Ihre Idee im Vordergrund. Gehen Sie im Besonderen darauf ein, was Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung ist und wie innovativ diese ist. Darüber hinaus sollten Sie Fragen beantworten, wie etwa: Welche gesetzliche Formalitäten gibt es? Wie sieht es mit Konkurrenzprodukten aus? Welche Eigenschaften hat Ihr Produkt/Ihre Dienstleistung? Was ist die klare Stärke Ihres Angebots? Im weiteren geht es dabei natürlich auch um den Kundennutzen? Was hat der Kunde davon und wieso sollte er genau bei Ihnen kaufen? Und im letzten Abschnitt dieses Kapitels steht natürlich die Frage nach der Preisgestaltung, denn letztendlich müssen Sie darlegen, wie Ihr Preis zustande kommt, wie hoch die Produktionskosten sind und wie sich Ihre Preisgestaltung im Vergleich zur Konkurrenz verhält und wie diese bei Marktveränderungen anpassbar ist.

Branche und Markt

Das nächste Kapitel beschäftigt sich mit einigen Analysen Ihrerseits zur Marktsituation und zum Wachstum und den Gegebenheiten der Branche. Gehen Sie dabei auf Trends ein genauso wie auf Barrieren oder gesetzliche Regulierungen, falls vorhanden. Auf die Branchenanalyse folgt die Marktanalyse, die Ihre Zielgruppe beinhaltet und Auskunft darüber geben sollte, wie sich der Markt segmentiert und wie sich das Absatzvolumen verhält und in Zukunft verhalten wird. Am besten Sie behalten dabei immer den aktuellen Stand im Blick genauso wie einen Ausblick in die Zukunft. Daran schließen sich die Wettbewerbsanalyse und die Standortanalyse an. Die erstere zeigt auf, welche Mitbewerber vorhanden sind, wie sich Marktanteile verhalten und was Ihr Angebot von deren unterscheidet. In der Standortanalyse sollten Sie darauf eingehen, welchen Standort Sie gewählt haben und aus welchen Gründen. Zeigen Sie Vorteile und Nachteile auf und wie Sie die Nachteile ausgleichen.

Marketing und Vertrieb

Nachdem Branche und Markt ausführlich erläutert sind, sollten Sie Ihr Marketing- und Vertriebskonzept darlegen. Dabei sind folgende Leitfragen zu klären: Auf welche Maßnahmen stützen Sie sich bei der Einführung Ihres Produkts/Ihrer Dienstleistung? Welche Medien und Mittel setzen Sie für Ihre Werbung ein, wie sieht der Zeitplan dafür aus und welches Budget ist dafür angesetzt? Aber auch in Sachen Vertrieb sind einige Antworten zu geben. Dabei spiele Aspekte wie Vertriebskanäle, Absatzvolumen, typischer Prozess des Produktverkaufs sowie das von Ihnen geleistete Service- und Beratungsangebot eine Rolle.

Management und Unternehmensform

Sollten Sie als Freiberufler gründen wollen, ist dieses Kapitel relativ kurz. Einzelunternehmer müssen sich keine Gedanken über Hierarchien und Unternehmensstrukturen machen. Sollten Sie für Ihre Geschäftsidee auf Personal angewiesen sein, sieht das aber wieder ganz anders aus. Daher sollten Sie in diesem Abschnitt Ihres Businessplans darauf eingehen,  welche Verantwortungsbereiche es geben wird, wie der berufliche Werdegang der Schlüsselpersonen aussieht, welche Qualifikationen diese mitbringen, welche Fähigkeiten ggf. fehlen und wie diese ergänzt werden können. Auch Personalpolitik und Vergütung kommt zum Tragen, wenn Sie direkt mit einem größeren Team oder Personal gründen. Daraus ergibt sich dann auch die Wahl der Rechtsform sowie im Weiteren die Geschäftsvertretung und vorhandenes Kapital.

Chancen und Risiken

Bevor es an den Zahlenteil geht, fügt sich noch ein Kapitel ein, dass den Chancen und Risiken Ihrer Gründungsidee gewidmet ist. Versuchen Sie dabei aufzuzeigen, welche Chancen sich für Ihr Geschäftskonzept ergeben, wie Sie eventuelle Nischen und Möglichkeiten nutzen können und welche Risiken Sie genauso im Blick haben. Dabei sollten Sie verdeutlichen, wie Sie durch Anpassungen Ihrer Pläne und Vorhaben, Risiken minimieren und eventuelle Gefahren umschiffen können. Hier sollten Sie zudem einen Ausblick wagen, wie sich Ihre Geschäftsidee in Zukunft entwickeln kann. Bleiben Sie dabei aber auch realistisch.

Finanzplanung

Fast geschafft, der inhaltliche Teil neigt sich mit der Finanzplanung dem Ende zu, denn jetzt folgen in Ihrem Businessplan nur noch Zahlen und Tabellen. Im folgenden Zahlenteil sollten Sie anhand der Kalkulationen genau aufzeigen, welches Potenzial in Ihrer Gründungsidee und Ihrem Geschäftskonzept steckt und wie dieses sich realistisch in Zahlen darstellt. Dabei geht es zum einen um den Finanzbedarf, wie viel Kapital Sie benötigen und wie Sie dieses beschaffen wollen. Es geht aber auch um die Personalkostenplanung (falls notwendig und Personal mit eingeplant ist), darüber hinaus sollten Sie notwendige Investitionen aufzeigen und einen Investitions- und Abschreibungsplan anfügen. Genauere Angaben zu Umsätzen und Kosten und damit verbunden natürlich auch zum Gewinn geben Sie im Rentabilitätsplan an und lassen Zahlen für die kommenden 3 – 5 Jahre sprechen. Als letzter Bestandteil der Finanzplanung fügt sich eine Liquiditätsplan an, der Auskunft darüber gibt, was Sie zu Beginn mit einbringen, wie sich monatliche Ein- und Auszahlungen verhalten, wie hoch monatliche Reserven sind und welche Liquidität sich kurz- und mittelfristig entwickeln wird.

Im Zahlenteil sollte insgesamt deutlich werden, welche Finanzierungsquellen genutzt werden, wie hoch der Kapitalbedarf ist, welche Sicherheiten gewährt werden können und vor allem wie sich die Liquidität mittelfristig entwickeln wird.

Den Businessplan zum Erfolg führen

Mit dieser Aufstellung haben Sie hoffentlich nun einen guten Überblick bekommen, was in die schriftliche Ausführung Ihres Geschäftskonzeptes gehört und worauf Sie achten sollten. Gerade Executive Summary und der Zahlenteil nehmen einen besonderen Stellenwert ein, wenn es um Kapitalbedarf über Förderungen wie den Gründungszuschuss und andere geht und natürlich auch über Investoren. Arbeiten Sie daher genau und geben Sie einen guten Rundumblick, sodass Ihr Konzept in allen Aspekten schlüssig und zukunftsfähig, vor allem aber tragfähig ist. Für den Gründungszuschuss brauchen Sie dann zusätzlich noch eine fachkundige Stellungnahme zu Ihrem Gründungsvorhaben und Ihrem Businessplan.

Wertvolle Tools bei der Erstellung des Businessplans

Bei der Erstellung Ihres Businessplans können Sie natürlich auch auf entsprechende Tools zurückgreifen, die Ihnen die Arbeit erleichtern. Hier sind etwa die Tools von unternehmenswelt.de, gruendungszuschuss.de und lexware zu nennen, aber auch Klassiker wie das Tool der IHK und der BMWi-Planer unterstützen bei dieser Arbeit genauso wie das Tool SmartBusinessPlan. Mehr zu den praktischen Helfern finden Sie in der ausführlichen Beschreibung auf Gründerküche.de.

Standortauswahl

Hier finden Sie die Übersicht aller merkur-start up Standorte in Deutschland