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17. März 2021 | Redaktionsteam | merkur-start up

Train the Trainer: Coaching-Netiquette

Ein Coaching kann viele Themen zum Inhalt haben, eines steht jedoch außer Frage: Es ist etwas sehr Persönliches. Die Zusammenarbeit zwischen Coach und Coachee ist eine besondere Arbeit, die auch persönliche Erfahrungen und Erlebnisse des Coachees mit einschließen. Daher ist es vorab ratsam, einige Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit direkt zu Beginn zu besprechen und festzulegen. Dabei hilft eine Coaching-Netiquette, denn diese beschreibt, worauf sich beide Parteien für die gemeinsame Arbeit im Coaching einigen. Wir geben Ihnen hier einmal ein paar Tipps mit an die Hand, wie diese Coaching-Netiquette aussehen kann und welche Aspekte wichtig sind:

Begriffsklärung: Was wird mit Netiquette eigentlich bezeichnet?

Der Begriff Netiquette begegnet einem häufig, wenn Sie in Gruppen auf Facebook, Xing oder anderen sozialen Netzwerken unterwegs sind. Die Netiquette ist dabei oft ein Regelwerk zusammengetragener Verhaltensregeln im Internet, die einen netten und respektvollen Umgang miteinander festhält. Die Netiquette (von engl. „net“ = Netz und frz. „etiquette“ = Verhaltensregeln) umfasst aber nicht nur die Grundregeln für das Miteinander und die technische Kommunikation, manchmal umfasst dies auch gewisse Regeln zum Posten in einer Gruppe und zu den Inhalten, die erlaubt oder auch verboten sind. Der Begriff Netiquette beschreibt somit die Umgangsformen untereinander für ein respektvolles Miteinander im Netz.

Die Grundlagen für ein Coaching: So gelingt die Zusammenarbeit

Für jegliche Art des Miteinanders sind Regeln und gewisse Gegebenheiten notwendig. So kann gewährleistet werden, dass das Miteinander innerhalb dieser Regeln und Rahmenbedingungen stattfindet. Auch für ein Business- und Karriere-Coaching eignen sich solche Rahmenbedingungen. Eine Coaching-Netiquette bildet die Grundlage, auf der die Zusammenarbeit aufbaut und schafft eine gute Basis zwischen Coach und Coachee. Das ist eine Grundvoraussetzung für eine gute Zusammenarbeit und lässt zu, dass sich beide Parteien im Coaching wohlfühlen. Gerade für diesen doch auch immer wieder intimen Rahmen eines Coachings hilft die Netiquette, um dem Coachee das Gefühl zu geben, dass er sich fallen lassen kann und damit auch sein Innerstes öffnen darf und kann. Beide Parteien verständigen sich dabei auf gewisse Regeln für das Miteinander, dass für eine erfolgreiche Zusammenarbeit sorgt, bei der sich beide wohlfühlen und arbeiten können.

Die Coaching-Netiquette: 5 Schritte zur perfekten Zusammenarbeit mit einem Coach

Es gibt für Coachings keine feste Netiquette, denn jeder Coach und auch jeder Coachee legt auf andere Aspekte Wert und braucht eine andere Arbeitsumgebung. Daher ist es wichtig, dass bereits im ersten Termin geklärt wird, wie die Regeln für die Zusammenarbeit aussehen. Das kann vom Coach ausgehen, muss es aber nicht. Wenn es bestimmte Punkte oder vielleicht auch Fragen gibt, die Einfluss haben, sollten diese zu Beginn geklärt werden. So lässt sich gemeinsam die Coaching-Netiquette erarbeiten. Wir geben Ihnen hier einmal Anhaltspunkte mit den folgenden fünf Schritten, die für eine gelungene Zusammenarbeit sorgen:

  • Schritt 1: Erreichbarkeit Am Anfang steht selbstverständlich die Kommunikation miteinander. Das betrifft nicht nur die Kommunikation innerhalb des Coachings, sondern auch darüber hinaus. Also Terminvereinbarung, Schriftverkehr oder Telefonate bei Rückfragen etc. Hier gilt eine offene Kommunikation über die Erreichbarkeit, denn damit ist die Basis geschaffen. Klären Sie wichtige Fragen vorab und nehmen Sie jeweils Rücksicht auf Wünsche und Bedürfnisse des anderen. Relevante Fragen und Belange könnten folgende sein: Wie möchten Sie kommunizieren – per Mail, Telefon oder WhatsApp? Wann sind Sie erreichbar (abhängig von Schlaf- und Essensgewohnheiten, „Feierabend“, Zeiten für Kita oder Sport, Wochenende und Feiertage, etc.)? Wollen Sie in regelmäßigen Abständen Kontakt halten? Sind Termine in regelmäßigen Abständen zu vereinbaren? Wie viel Zeit ist für das Coaching insgesamt eingeplant? Angesichts der aktuellen Situation ist natürlich auch die Frage nach der Kommunikationsweise wichtig, soll das Coaching online per Videocall oder am Telefon stattfinden? Oder wollen Sie Präsenztermine nach den Hygieneregeln?
  • Schritt 2: Offenheit bzw. Transparenz Ein Coaching betrifft den Coachee immer als ganzheitliche Person. Das bedeutet, selbst wenn es beim Karriere- oder Jobcoaching um den beruflichen Werdegang geht, können persönliche Erfahrungen und Erlebnisse aus dem privaten Umfeld eine Rolle spielen. Hier sollte klar gestellt werden, dass der Coachee offen über seine Erfahrungen sprechen darf und die Themen selbst festlegt. Gibt es etwas, das ihn beschäftigt, dann lohnt es sich auch das mit ins Coaching aufzunehmen. Möglicherweise lassen sich dabei Muster feststellen und Verhaltensweisen oder Routinen daraus ableiten. Der Coach steckt zu Beginn des Coachings zwar den inhaltlichen Rahmen ab, der für das Coaching relevant ist, aber Themen können sich verschieben und Situationen ändern sich sehr dynamisch. Wichtig ist, dass der Coachee offen in das Coaching geht und auch transparent mit seiner Situation und auch negativen Erfahrungen und Herausforderungen umgeht. Nur so kann die Zusammenarbeit von Coach und Coachee Veränderungen bewirken und erfolgreich sein. Sprechen Sie auch über die korrekte Anrede miteinander, wollen Sie sich duzen oder siezen?
  • Schritt 3: Vertrauensverhältnis Im Zusammenhang mit Offenheit und Transparenz bekommt die Privatsphäre natürlich auch Raum in einem Coaching. Vor allem aber ist es wichtig, in der Coaching-Netiquette darauf hinzuwesen und gemeinsam festzuhalten, das Gesagtes immer im geschützten (symbolischen) Raum des Coachings bleibt. Coach und Coachee arbeiten in einem Vertrauensverhältnis miteinander und dieses Vertrauen ist in jedem Fall zu wahren. Also alles, was der Coachee sagt, bleibt vertrauensvoll beim Coach und wird nicht weiter nach außen getragen. Sicherheit für den Coachee ist dabei im Fokus, denn nur wenn er sich sicher fühlt, auf den Coach vertrauen kann und weiß, dass alles Gesagte unter den vier Augen bleibt, kann das Coaching nachhaltige Veränderungen bewirken.
  • Schritt 4: Verantwortung Auch ein wichtiger Aspekt beim Coaching ist das Verantwortungsgefühl und die Bereitschaft, auch Verantwortung zu übernehmen. Als Coach geben Sie Ratschläge und Tipps, Sie bewerten die Situation von außen und haben einen neutraleren Blickwinkel auf die Dinge und den Werdegang als der Coachee selbst. Das führt dazu, dass immer wieder auch unbequeme Dinge zur Sprache kommen und Sie auch kritisch hinterfragen können. Nicht jeder lässt diese Kritik zu und kann diese annehmen, jeder Coachee reagiert darauf anders. Es ist jedoch unabdingbar, vorher zu klären, dass der Coachee selbst verantwortlich ist. Ob „Hausaufgaben“ bis zum nächsten Termin erledigt werden, ob der Coachee mitarbeitet oder aber wie Handlungen in der Vergangenheit analysiert und bewertet werden. Erst wenn der Coachee die Verantwortung für sein Handeln übernimmt, kann eine Zusammenarbeit auch nachhaltig Früchte tragen. Erst dann ist ein Coaching auch wirklich erfolgreich, denn so können Coach und Coachee aktiv die nächsten Schritte angehen und den Ist-Zustand ändern. Als Coach ist es jedoch nicht Ihre Aufgabe, als Oberlehrer aufzutreten und ständig den erhobenen Finger zu zeigen.
  • Schritt 5: Mitarbeit bzw. Engagement Wie die Zusammenarbeit im Coaching konkret aussieht, hängt vom Ansatz im Coaching ab, aber auch vom Coach und vom Coachee. Viele Faktoren nehmen Einfluss und entscheiden über die Erfolge im Coaching. Grundsätzlich ist aber nach den zuvor genannten Dingen auch die Mitarbeit Gegenstand der Coaching-Netiquette. Eine aktive Mitarbeit des Coachees sorgt für größere Erfolge. Sprechen Sie konkret über Wünsche und Anforderungen in Bezug auf das Engagement, das gilt auch beiderseits: Was erhoffe ich mir vom Gegenüber? Wie möchte ich die Zusammenarbeit aktiv mitgestalten? Was kann ich leisten, um das Coaching positiv zu beeinflussen? Möchte ich konkrete Aufgaben (im Selbststudium) für die Zeit zwischen Terminen haben oder nicht? Wie aktiv bringe ich mich als Coach ein? Diese Fragen helfen dabei, die Mitarbeit genauer zu definieren, sodass beide Seiten wissen, worauf sie sich einlassen und wie das Coaching miteinander funktioniert.

Diese Schritte sorgen für ein gutes Grundgerüst zur Zusammenarbeit im Coaching. Natürlich unterscheiden sich Anforderungen und Bedürfnisse von Person zu Person. Und auch die Art des Coachings entscheidet über gewisse Faktoren, denn ein Gründungscoaching ist anders angelegt und hat einen anderen Zweck als ein Führungskräfte-Coaching oder ein Coaching zur Potenzialentfaltung. Die Coaching-Netiquette ist allerdings eine gute Basis für die Rahmenbedingungen der Kooperation und den Umgang miteinander.

Individuelle Coaching-Netiquette für erfolgreiches Miteinander

Die Coaching-Netiquette ist mehr als nur eine Entscheidung zwischen Du oder Sie, zwischen wie sprechen wir miteinander und wann bin ich erreichbar und worüber. Da ein Coaching ganz individuell von Coach zu Coach gestaltet wird und natürlich auch auf den Coachee individuell angepasst wird, lassen sich keine konkreten Regeln und Umgangsformen für alle Formen des Coachings festzurren. Allerdings gibt es eben Aspekte, die eine wichtige Rolle für das Miteinander haben und die den Erfolg eines Coachings beeinflussen. Diese Faktoren sollten vor dem Beginn des Coachings geklärt sein, sodass beide Seiten sich wohlfühlen und Ihren Part übernehmen können und wollen. Am besten Sie sprechen gemeinsam alle wichtigen Fragen und Belange an und klären zusammen, wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Coaching gelingen kann. Mit einer klaren Coaching-Netiquette ist eine starke Basis geschaffen, die sich auf das gesamte Coaching auswirkt.

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