10. Mai 2017 | Tayyaba Mubashir |

Die Social Media Kanäle im Überblick

Social Media Marketing bringt schnell Aufmerksamkeit und Beachtung, gerade für Unternehmensgründer sollte die Präsenz auf Sozialen Medien schon von Beginn an mit dazu gehören. Die Unternehmensprofile kosten in erster Linie keine Gebühren, man kann sich einfach direkt anmelden, das einzige was es zu bedenken gilt: Social Media kostet Zeit! Damit die Profile entsprechend mit Inhalten gefüllt sind, muss man Zeit investieren, was sich letztendlich auszahlt, denn mit Content Marketing und zum Teil auch mit unterstützenden Paid Ads kann man eine Menge erreichen: Brand Awareness, neue Leads, Launches ankündigen. Damit einem diese Networking-Aktivitäten nicht über den Kopf wachsen, gilt es Motto im Social Media-Dschungel: Weniger ist mehr!

Nicht alle Plattformen sind für jede Art der Unternehmen und Gründungen, wie auch Freiberufler und Selbstständige, geeignet und da kann man gut differenzieren und den Fokus auf die für einen am besten passenden Channels legen. So minimiert sich der Aufwand und man kann die wenigen Kanäle dadurch auch am besten für sich nutzen, indem intensives Storytelling betrieben werden kann. Welche Social Media Kanäle man auf dem Schirm behalten sollte und für welche Branchen oder für welche Unternehmen sich diese eignen, zeigt diese Übersicht:

Facebook

–       Nutzerzahlen weltweit: 1,9 Mia.

–       Nutzerzahlen deutschlandweit: 27 Mio.

–       Dominante Branchen: keine spezifischen; jeder vertreten

–       Content Formate: Bilder, Text und Videos; zunehmend visueller

–       Ziele bzw. Nutzen: Brand Awareness, Bedarfsweckung, Traffic, Leads

Der Social Media-Riese ist unumgänglich, dafür bietet ein Unternehmensseite einfach zu viele Vorteile. Gerade als Gründer geht es zu Beginn um Aufmerksamkeit und um Markenpräsenz. Dabei hilft das Netzwerk leicht mit der riesigen Reichweite, die es mit knapp zwei Milliarden zu bieten hat, und sorgt außerdem für Paid Ads mit weiteren Möglichkeiten. Über Anzeigen auf Facebook (und auch auf Instagram, denn das Bilder-Netzwerk gehört ja bereits zum Facebook-Konzern) lassen sich Kunden gewinnen, das eigene Unternehmen bekannt machen und natürlich auch auf die Produkte und Dienstleistungen hinweisen. Und das für wenig Budget im Vergleich zu den klassischen Werbekanälen. Eine genaue Zielgruppendefinition bei der Anzeigenschaltung sorgt dafür, dass die Werbemaßnahmen die richtigen User erreichen, denn jede Zielgruppe und Branche ist im Netzwerk vertreten. Der Content auf Facebook wird immer visueller und mit Bilder-Posts lassen sich die besten Ergebnisse erzielen, egal ob für organische oder bezahlte Reichweite. Welche Bildgrößen auf Facebook gelten, zeigt diese Zusammenfassung jeglicher Bildformate für deine Aktivitäten im Netzwerk. Content Marketing lässt sich in Facebook wunderbar betreiben und wird durch die zahlreichen Gruppen zu spezifischen Themen außerdem wirkungsvoll unterstützt. Dabei liegt das Potential vor allem im B2C-Bereich. Wie man mit der Unternehmensseite auf Facebook dann Werbeanzeigen erstellen kann, um die eigene Marke und die Produkte noch mehr zu bewerben, gibt es im Artikel auf Gründerküche.de nachzulesen.

Instagram

–       Nutzerzahlen weltweit: 700 Mio.

–       Nutzerzahlen deutschlandweit: 9 Mio.

–       Dominante Branchen: Lifestyle, Mode, Reisen, Handwerk, Kunst

–       Content Formate: Bilder und auch Videos

–       Ziele bzw. Nutzen: Brand Awareness, Produktplacement

Instagram hat sich zu einem wichtigen Kanal entwickelt, um Brand Awareness für die eigene Marke zu schaffen. Gerade visueller Content und ansprechende Produkte lassen sich auf der Plattform wunderbar teilen und damit auf das eigene Portfolio hinweisen. Unternehmen im kreativen Bereich und mit entsprechendem Bildmaterial sollten auf Instagram setzen, denn die Interaktionsrate ist hier am höchsten im Vergleich mit den anderen Netzwerken. Allerdings lässt sich hierüber wenig Traffic generieren, da nur Bilder gepostet werden und das ohne Verlinkung zur eigenen Webseite. Die Schaltung von Werbekampagnen über den Facebook Werbemanagern kann hier zum Erfolg verhelfen, um auch Traffic zu generieren, denn in den Werbeanzeigen lassen sich Links dann einbinden. Gerade mit den relativ neuen Features wie den Stories und der Live-Funktion wird das Storytelling vereinfacht und bekommt durch die Einbindung von Hashtags mehr Aufmerksamkeit. Außerdem bietet Instagram auch gerade für kleinere Unternehmen gute Möglichkeiten sich zu positionieren und auf sich aufmerksam zu machen, und dass nicht nur mit Hilfe von Influencer Marketing. Wie leicht sich so ein Business Profil auf Instagram anlegen lässt, zeigt diese übersichtliche Anleitung auf Gründerküche.

Snapchat

–       Nutzerzahlen weltweit: 220 Mio.

–       Nutzerzahlen deutschlandweit: 4 Mio.

–       Dominante Branchen: keine; allerdings junge Zielgruppe

–       Content Formate: Bilder und Videos

–       Ziele bzw. Nutzen: Brand Awareness, Kommunikationskanal für Produktlaunches

Die Konkurrenz zu Instagram heißt ganz klar Snapchat, denn auch dieses Netzwerk setzt auf visuellen Content mit Bildern und Videos. Gerade das Storytelling via Videos ist in diesem Jahr ein Trend, den man nicht unbeachtet lassen sollte. Das lässt sich gut für einen Blick hinter die „Gründer“kulissen nutzen oder auch für Ankündigungen neuer Produkte. Brand Awareness ist das zentrale Ziel auf diesem Kanal und das eignet sich besonders für diejenigen Unternehmer mit einer jungen Zielgruppe. Teenager unter 18 sind die stärkste vertretene Zielgruppe auf Snapchat und diese benutzen den Kanal auch hauptsächlich in der Social Media-Landschaft. Wer sich also hier mit seinem Unternehmen und seinen Produkten platzieren möchte, ist auf Snapchat genau richtig.

Pinterest

–       Nutzerzahlen weltweit: 150 Mio.

–       Nutzerzahlen deutschlandweit: 3 Mio.

–       Dominante Branchen: Lifestyle, Mode

–       Content Formate: Bilder

–       Ziele bzw. Nutzen: Brand Awareness, Traffic, Conversions

Die Plattform ist wie eine große digitale Pinnwand für inspirierende Bilder und erobert erst jetzt so langsam den europäischen Raum. Zuvor hatte Pinterest nur in den USA Bedeutung, doch mittlerweile lohnt sich eine Präsenz auch hier, denn die Plattform ist ein Traffic-Garant. Das liegt hauptsächlich daran, dass sie von Mitgliedern als eine Art Suchmaschine für Lifestyle-Inhalte genutzt wird und weniger zum Netzwerken. Die überwiegende Zielgruppe sind Frauen im Alter von 25 – 54, die sich für Mode und Lifestyle interessieren. Die Pins, also einzelnen Bilder im Netzwerk, sind immer mit dem Link zur entsprechenden Webseite versehen und sorgen damit für eine hohe Klickrate und letztendlich auch für eine hohe Conversions-Rate. Gerade für Gründer und Unternehmen im Lifestyle-Bereich für B2C bietet Pinterest großes Potential. Allerdings sollten die Inhalte entsprechend hochwertig aufgearbeitet sein, denn es kommt auf die Qualität der Pins auf der Plattform an.

Twitter

–       Nutzerzahlen weltweit: 315 Mio.

–       Nutzerzahlen deutschlandweit: 12 Mio.

–       Dominante Branchen: Kommunikationsbranche

–       Content Formate: 140-Zeichen-Texte, aber auch Bilder

–       Ziele bzw. Nutzen: Brand Awareness, Traffic, Leads, Kommunikationskanal für News

Twitter gerät für die breite Masse immer mehr ins Hintertreffen, für die Kommunikationsbranche zeigt sich jedoch eine gleichbleibende Bedeutung, die sich nutzen lässt. Die Plattform funktioniert eher als Nachrichtendienst und ist damit perfekte für Ankündigungen und Produktlaunches. Als Content-Format eignet sich die Text-Kurznachricht mit der Zeichenbegrenzung am besten und lässt sich damit wunderbar für Echtzeit-Marketing einsetzen. Auch Leads lassen sich über Twitter gut generieren und das Netzwerk sorgt für eine gute Auffindbarkeit, wenn entsprechende Hashtags mit eingebunden werden. Großer Vorteil hierbei ist, dass Twitter auch im B2B-Bereich gut aufgestellt ist. Einzige Hürden sind die Regelmäßigkeit der Postings, was aber natürlich auch für die anderen Sozialen Medien gilt, und vor allem aber die Aktualität des Contents.

Google +

–       Nutzerzahlen weltweit: 3 Mio.; davon die Mehrheit inaktive Profile

–       Nutzerzahlen deutschlandweit: unter 1 Mio.

–       Dominante Branchen: keine

–       Content Formate: Text und auch Bilder

–       Ziele bzw. Nutzen: wiederkehrender Traffic, SEO-Vorteile

Das Google-Netzwerk glänzt mit einer riesigen Reichweite, bei der allerdings differenziert werden muss. Die Nutzung von anderen Google-Produkten ist meist mit einem GooglePlus-Profil verknüpft, sodass diese 3 Milliarden Nutzer zwar schnell zusammenkommen, davon aber auch eine Vielzahl nur inaktive Nutzer sind. Der größte Vorteil eines Business-Profils im Netzwerk ist die Auswirkung auf das Ranking und damit eine SEO-Verbesserung. Durch die geteilten Inhalte lässt sich außerdem wiederkehrender Traffic generieren, auch wenn die Content-Verbreitung nicht im Vordergrund steht, was die Aktivität im Netzwerk angeht. Der Networking-Aspekt ist zentral und es lassen sich gute Kontakte zu Branchenpartnern aufbauen und nutzen.

WhatsApp

–       Nutzerzahlen weltweit: 1 Mia.

–       Nutzerzahlen deutschlandweit: 37 Mio.

–       Dominante Branchen: keine

–       Content Formate: Text, Bilder und Videos

–       Ziele bzw. Nutzen: Brand Awareness, Leads, Kommunikationskanal für Kundenservice

WhatsApp ist zwar ein Messenger-Dienst, spielt in der Welt des Online Marketings aber auch eine große Rolle. Seit der Einführung lassen sich Unternehmensprofile vor allem für die Kommunikation mit den Kunden unter dem Service-Aspekt einsetzen, aber auch Brand Awareness und Leadgenerierung lassen sich mit WhatsApp erreichen. Schon allein die Reichweite ist großes Potential, das nicht ungenutzt bleiben sollte. Und die vielen Nutzer sind einfach direkter erreichbar, da diese den Messenger-Dienst einfach viele Stunden am Tag privat nutzen.

YouTube

–       Nutzerzahlen weltweit: 1 Mia.

–       Nutzerzahlen deutschlandweit: 6 Mio.

–       Dominante Branchen: keine

–       Content Formate: Videos

–       Ziele bzw. Nutzen: Brand Awareness, Bedarfsweckung, Leads

Die Video-Plattform zählt zwar auch nicht direkt zu den Sozialen Netzwerken, lässt sich aber dennoch für das eigene Unternehmen nutzen. Online Marketing lässt sich hier gut betreiben, denn das Storytelling mittels Videos gewinnt seit diesem Jahr noch mehr an Bedeutung. Die Plattform fungiert für Nutzer eher als Suchmaschine parallel zu Google und das birgt großes Potential, denn das eigene Unternehmen kann ja auch mit Videos für Nutzer ohne angemeldeten Channel auf YouTube platziert werden. Gerade für die Markenbekanntheit, Einführung neuer Produkte und auch um Kundenfragen mit Tutorials zu beantworten, lassen sich Videos einsetzen. Einzige Hürde für einen gelungenen Auftritt auf YouTube: die relativ hohen Produktionskosten für hochwertiges Videomaterial!

Karrierenetzwerke für Unternehmer und Experten

Xing

–       Nutzerzahlen weltweit: 12 Mio.

–       Nutzerzahlen deutschlandweit: 10 Mio.

–       Dominante Branchen: keine; hauptsächlich DACH

–       Content Formate: fast ausschließlich Text

–       Ziele bzw. Nutzen: Recruiting, Leadgenerierung, Brand Awareness

Ebenfalls zu den Netzwerken lässt sich Xing zählen, auch wenn es hier unter den Nutzern eher weniger um private Kontakte als vielmehr die berufliche Vernetzung geht. Das Portal ist vor allem für das Recruiting neuer Mitarbeiter eine Fundgrube und vor allem im deutschsprachigen Raum auf Platz 1. Die große Community lässt sich aber neben der Mitarbeiter-Suche auch für neue Leads und zur Platzierung des eigenen Unternehmens nutzen. In Sachen Content Marketing spielt das Netzwerk aber eher eine untergeordnete Rolle, da der Fokus auf dem beruflichen Networking liegt. Das lässt sich allerdings auch zum Austausch mit Branchenpartnern einsetzen und für Freiberufler und Selbstständige gibt es natürlich eine gute Möglichkeit, um neue Kunden und Aufträge zu generieren und sich zu vernetzen.

LinkedIn

–       Nutzerzahlen weltweit: 450 Mio.

–       Nutzerzahlen deutschlandweit: 8 Mio.

–       Dominante Branchen: keine; vermehrt international

–       Content Formate: Text, aber auch Videos, Slideshare

–       Ziele bzw. Nutzen: Recruiting, Leadgenerierung, Brand Awareness

Mittlerweile gewinnt LinkedIn auch immer mehr Bedeutung im deutschsprachigen Raum und tritt damit als Konkurrenz zu Xing auf. Allerdings lässt sich immer noch feststellen, das Xing eher für deutschsprachige berufliche Kontakte genutzt wird und LinkedIn für das internationale Networking mit Kollegen und Unternehmen. Aber gerade da es immer mehr im Kommen ist, bietet sich im Netzwerk eine gute Möglichkeit, das eigene Unternehmen zu platzieren und darauf aufmerksam zu machen. Neben den Recruiting-Chancen ist LinkedIn natürlich auch eine gute Plattform zur Vernetzung.

Die Auswahl der richtigen Social Media Kanäle für das eigene Unternehmen ist der erste Schritt und dann natürlich auch die entsprechenden Profile anlegen und diese professionell aussehen zu lassen. Der nächste und weitaus umfangreichere Schritt ist die Profile entsprechend zu pflegen und mit Content zu füllen. Jede Plattform sorgt nur für Aufmerksamkeit und eine gute Performance des Unternehmens, wenn die Profile mit guten Inhalten für die Nutzer versorgt werden und das regelmäßig.

Tayyaba Mubashir

Tayyaba ist Geschäftsführerin der Blue Face Media GmbH in Frankfurt am Main und hat sich auf die Planung und Begleitung von Social Media Marketing Kampagnen spezialisiert. Sie hat Software und ERP Systeme konzeptionell entwickelt und schaut auf mehrjährige Erfahrung in Sales und Controlling bei IT Consulting und Banken zurück.

www.blue-face-media.com
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