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6. Februar 2020 | Redaktionsteam | merkur-start up

Was brauche ich als Unternehmer zwingend?

Zum Start eines Unternehmens gibt es zahlreiche Dinge zu erledigen und es gilt, sich gut vorzubereiten. Dabei fällt vielen die Priorisierung schwer, da Unternehmer zu Beginn meist nicht wissen, welche Aufgaben wichtiger sind. Um Ihnen die Arbeit zum Start zu erleichtern, beantworten wir mit diesem Beitrag einmal die Frage, was Sie als Unternehmer zwingend brauchen und welchen Bereichen Sie sich zuerst widmen sollten.

 

Was braucht ein Unternehmer zum Start?

Wenn man den zahlreichen Ratgebern, Podcasts, Ebooks und Whitepaper glauben will, dann gibt es so einige Dinge, die man als Unternehmer zwingend braucht. Von E-Mail-Marketing über Werbeflyer und Plakate bis hin zu Social Media und Steuerberater, es gibt so viele Empfehlungen für Gründer und Unternehmer. Das überfordert zu Beginn und meist sind viele dieser Dinge und Methoden gar nicht notwendig zum Start. Was ist wirklich dran an den vielen Werkzeugen und Tools, die für Unternehmer obligatorisch sind? Die gängigsten Werkzeuge für Unternehmer haben wir einmal genauer unter die Lupe genommen und erläutern für Sie, ob diese wirklich zwingend notwendig sind oder ob es auch andere Möglichkeiten und Alternativen gibt:

Unternehmer-Werkzeug 1: Unternehmensname

Das ist wohl klar – und auch wieder nicht. Wenn Sie ein Unternehmen gründen wollen, braucht dieses einen Namen. Der Unternehmensname ist Pflicht, kann aber je nach Tätigkeit auch Ihren Namen beinhalten. Für Freiberufler bietet es sich geradezu an, das Unternehmen mit dem eigenen Namen auszustatten. Der persönliche Name schafft Vertrauen und damit eine erste Beziehung zwischen Auftraggeber und Ihnen.

Sollten Sie nicht in einer freiberuflichen Tätigkeit gründen, lohnt es sich vor der Namensgebung einmal im Register des Deutschen Marken- und Patentamts einmal nachzusehen, ob der gewählte Name noch frei verfügbar ist. Andernfalls könnten Sie sonst Probleme bekommen und diese können Sie mit diesem Schritt einfach umgehen. Nach der Wahl des Unternehmensnamen und je nach Branche und Tätigkeit Ihres Unternehmens kann auch die Überlegung eines Markenschutzes für Ihr Unternehmen sinnvoll sein. Bei zahlreichen Wettbewerbern lohnt sich das Schutzrecht, aber auch bei außergewöhnlichen Geschäftsideen ist die Eintragung des Markenschutzes für Ihr Unternehmen von Vorteil. Nach der neuen Regelung wird nicht mehr in Bildmarke (wie etwa für Logos) und Wortmarke (für den Namen) unterschieden, sondern die ganze Marke ist geschützt.

Unternehmer-Werkzeug 2: Logo

Ob ein Logo unbedingt erforderlich ist, hängt von Ihrer Sichtweise ab. Es gibt zahlreiche Unternehmer, die sich dazu entscheiden, erst einmal Geld in andere Dinge zu investieren und das Logo und damit das „Gesicht“ Ihres Unternehmens später anzugehen – oder dann nie. Ihr Unternehmen ist Ihnen jedoch ein Herzensprojekt. Daher sollten Sie auch von Beginn an, alle Chancen nutzen, um es möglichst professionell an den Markt zu bringen und mit einem aussagekräftigen Logo für Aufmerksamkeit zu sorgen.

Ein professionelles Logodesign von einem Grafikdesigner gibt Ihrem Unternehmen ein unverkennbares Äußeres, das im Gedächtnis bleibt. Mit dieser Investition zeigen Sie potentiellen Geschäftspartnern und Kunden, dass Ihr Unternehmen vertrauenswürdig ist und professionelle Arbeitsweisen vertritt. Ein Logo vermittelt außerdem, die Werte Ihres Unternehmens und stellt eine erste positive Verbindung beim Erstkontakt mit Ihrem Unternehmen her. Langfristig zahlt sich diese Investition in jedem Fall aus.

Unternehmer-Werkzeug 3: Visitenkarten

Visitenkarten werden in diesen digitalen Zeiten immer wieder gern hinterfragt – und doch hat die Bedeutung und Wirkung der Visitenkarte nicht nachgelassen. Ob sich die professionelle Gestaltung einer Visitenkarte für Ihr Unternehmen durch einen Grafikdesigner lohnt, hängt ganz von Ihrer Branche und Ihrer Arbeit als Unternehmer ab. Sollten Sie ein Online-Business anstreben und auch zu keinerlei Kunden eine direkte, persönliche Beziehung aufbauen müssen, dann benötigen Sie keine Visitenkarte. Auch wenn Sie keineswegs an Netzwerkveranstaltungen teilnehmen oder zu keinen Messen gehen wollen, dann ist eine Visitenkarte nicht von Nöten. Sollten Sie jedoch in direkten Kontakt mit Gleichgesinnten, Geschäftspartnern und Kunden treten und auf Geschäftsbeziehungen zu anderen Personen angewiesen sein, dann ist eine Visitenkarte ein starkes Argument.

Eine Visitenkarte gibt Ihr Logo wider und zeigt Ihr Unternehmen auf konzentrierte Art und Weise. Die Kontaktaufnahme wird zunehmend leichter und wenn Sie sich für eine professionelle Visitenkarte entscheiden, wirkt sich eine außergewöhnliche Gestaltung positiv auf den Wiedererkennungseffekt aus. Mit einem Design, das durch eine besondere Veredelung wie Prägungen, Glanzeffekte oder einfach durch eine besondere Papierwahl auffällt, bleiben auch Sie und Ihr Unternehmen im Gedächtnis. Ihre Visitenkarte wird dann Ihr Business bei Gelegenheit wieder in Erinnerung rufen und so für Sie sprechen. Daher ist auch diese Investition lohnenswert, wenn Sie Aufträge nicht nur online generieren wollen.

Unternehmer-Werkzeug 4: Telefonnummer

Ob Sie einen Festnetzanschluss für Ihr Unternehmen benötigen, hängt von der Art Ihres Unternehmens ab. Läuft die Auftragsabwicklung online über ein entsprechendes Buchungstool oder gar über Plattformen in schriftlicher Form ab, dann ist ein Festnetz nicht nötig. Zudem verzichten immer mehr Unternehmer auf Festnetz und wickeln Gespräche über das Handy ab. Hier kommen Faktoren zum Tragen wie die Art der Kommunikation, die Sie bevorzugen und auch die Notwendigkeit überhaupt telefonisch erreichbar zu sein. Wägen Sie ab, was Sie tatsächlich benötigen und wie Sie mit Kunden oder Partnern in Kontakt treten wollen. Im Online-Business wird auch viel über Plattformen, Webseite und Mail abgewickelt. Der Telefonanschluss ist somit keine Notwendigkeit.

Unternehmer-Werkzeug 5: Webseite

Die Webseite stellt viele Unternehmer vor eine besondere Herausforderung. Ein Webdesign, das professionell erstellt wird, kostet eine Menge Geld. Sich selbst ins Thema einzuarbeiten kostet dagegen eine Menge Zeit. Je nach Unternehmen, Tätigkeit und Branche reicht allerdings auch eine einfache Webseite aus, die als digitale Visitenkarte funktioniert. Die Entscheidung sollten Sie im Hinblick auf die Auffindbarkeit Ihres Unternehmens treffen. Sie müssen heutzutage online sichtbar sein, die Frage, die Sie einzig beantworten müssen, lautet: Wie. Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, online für Kunden, Interessenten und Partner sichtbar zu werden. Die Wahl hängt auch ganz stark davon ab, was Sie online erreichen wollen und damit, was das Ziel Ihrer möglichen Webseite oder besser Ihres Online-Auftritts ist.

Wenn Sie diese Frage geklärt haben, können Sie sich an die Umsetzung machen. Neben einer Webseite haben Sie auch die Möglichkeit, kostenlos einen Google-Eintrag (über GoogleMyBusiness) zu veröffentlichen, der Sie dann über Google Maps mit Ihrem lokalen Unternehmen anzeigt. Andernfalls können Sie sich ebenfalls kostenlos in einem der Berufsnetzwerke Xing oder LinkedIn anmelden und Ihr Profil ausfüllen. Dort lassen sich wunderbar Kontakte finden und auch Kunden generieren, abhängig von Branche und Ihrer Unternehmertätigkeit. Davon abgesehen können Sie Ihr Unternehmen allerdings auch in den „klassischen“ Sozialen Netzwerken abbilden. In Bezug auf Ihr Unternehmen stehen Ihnen Facebook, Instagram , Pinterest, TikTok, YouTube, Twitter & Co. zur Verfügung. Hier lohnt sich ein genauer Blick darauf, wo Ihre Zielgruppe vertreten ist, wie Ihr Unternehmen gezeigt werden soll und kann und wie viel Zeit Sie auch aufwenden wollen.

Die klassische Webseite ist nur eine weitere Möglichkeit, Ihr Unternehmen in der Online-Welt zu platzieren. Je nach Anforderungen können Sie einfach eine digitale Visitenkarte erstellen, oder aber Einblick in Ihre Arbeit und Referenzen geben. Je nach Business besteht natürlich auch die Möglichkeit, einen Login-Bereich für Bestellungen oder einen Mitgliederbereich für Austausch und Vernetzung einzurichten. Die Webseite kann unterschiedlichste Bedürfnisse erfüllen – je ausgeklügelter die Wünsche, desto komplizierter die Umsetzung letztendlich. Für eine umfangreiche Webseite ist die Beauftragung eines Webdesigners oder einer Agentur eine schnelle Lösung, sollten Sie sich mit der Erstellung von Webseiten nicht sonderlich gut auskennen. Das spart Zeit, Nerven und Geduld.

Unternehmer-Werkzeug 6: Social Media

Wie bereits im vorigen Abschnitt angekündigt, ist Social Media auch eine wunderbare Alternative zur klassischen Webseite. Die Einrichtung der Profile ist in allen Fällen kostenlos, für Premium-Accounts gelten auf manchen Plattformen Ausnahmen. Wenn Sie mit Ihrem Unternehmen nicht bereits auf ein riesiges Netzwerk aus Kunden und Kontakten zurückgreifen können oder vielleicht auch sogar ganz auf ein Online-Geschäftsmodell setzen, ist Social Media die besten Möglichkeit, um auf sich aufmerksam zu machen. Daher empfiehlt es sich, in diesem Fall auch neben der Webseite, mindestens auf einer Plattform vertreten zu sein. Für Social Media gilt, dass Sie keineswegs in jedem Netzwerk über einen Account verfügen müssen. Konzentrieren Sie sich lieber auf den geeignetsten für Ihr Unternehmen und bespielen Sie diesen regelmäßig mit wertvollen Inhalten. Daher ist hier unsere Empfehlung sich auf ein soziales Netzwerk zu beschränken, dieses aber mit Leben zu füllen und professionell aufzuziehen. Sie können auch bereits während der Gründungsphase mit Social Media starten, um so bereits Interesse und Aufmerksamkeit zu erzeugen und vielleicht sogar schon eine Community zu schaffen. Allerdings ist es auch vollkommen vertretbar, erst später mit Social Media zu starten, wenn sich der Anfangsstress etwas gelegt hat. Jedoch sollten Sie das Thema Social Media Marketing auf keinen Fall links liegen lassen oder gar unterschätzen.

Unternehmer-Werkzeug 7: Steuernummer

Die Steuernummer ist zwar kein richtiges Werkzeug, aber für jeden Unternehmer unerlässlich. Sobald Sie Ihre erste Rechnung stellen wollen, benötigen Sie eine Steuernummer für Ihr Unternehmen. Diese beantragen Sie beim Finanzamt und füllen dort den Fragebogen aus. Dieser klärt die Art Ihres Unternehmens ab und gegebenenfalls eine zusätzliche Gewerbeanmeldung.Sie erhalten die Steuernummer direkt vom Finanzamt und sobald Sie diese haben können Sie die ersten Rechnungen schreiben. In diesem Zusammenhang fallen auch monatliche Umsatzsteuervoranmeldungen für Unternehmer im ersten Jahr nach Gründung an. Um diese Steuerangelegenheiten kommen Sie in keinem Fall herum, das ist Pflicht und Sie sollten bereits so früh wie möglich mit der Beantragung der Steuernummer anfangen. Arbeiten Sie sich zudem in die Steuerbelange ein wenig ein. So können Sie zu Beginn vielleicht, je nach Art und Größe bzw. Komplexität Ihres Unternehmens, auf einen Steuerberater verzichten und die Kosten dafür erst einmal eindämmen. Es ist jedoch keineswegs falsch, sich bereits einmal auf die Suche nach einem geeigneten Steuerberater zu machen. Da in den meisten Fällen jeder Unternehmer zu einem späteren Zeitpunkt einmal, den Steuerberater in Anspruch nehmen wird.

Unternehmer-Werkzeug 8: Versicherungen

Ebenfalls keines der angenehmen Themen in Sachen Gründung und Unternehmertum, aber genauso notwendig wie Steuerrechtliches, sind nötige und obligatorische Versicherungen. Es beseht für Unternehmer in Deutschland keineswegs eine Versicherungspflicht, abgesehen in Bezug auf die Sozialversicherung.

Informieren Sie sich frühzeitig über die Sozialversicherung, das beinhaltet die Kranken- und Pflegeversicherung sowie die Renten- und Arbeitslosenversicherung. Kranken- und Pflegeversicherung sind in den meisten Fällen aneinander gekoppelt und unerlässlich. Dabei gibt es verschiedene Modelle, zwischen denen Sie als Unternehmer wählen können. Entweder Sie versichern sich privat, alternativ können Sie sich auch freiwillig gesetzlich versichern oder aber Sie profitieren vom Sonderfall, wenn Sie zur Berufsgruppe der Künstler und Publizisten zählen. Dann gibt es eine Möglichkeit der Sozialversicherung, die der dem klassischen Arbeitnehmer-Modell sehr nahe kommt und dabei Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung mit einschließt. Die Rentenversicherung ist keine Flicht, abgesehen von der angesprochenen Sonderregelung. Daher müssen Sie als Unternehmer selbst Altersvorsorge betreiben und entscheiden, ob Sie sich freiwillig gesetzlich rentenversichern oder auf private bzw. Kombinations-Modelle zurückgreifen.

Darüber hinaus sollten Sie sich bei angemieteten Büroräumen, einem Ladenlokal oder Lagerräumen zur Hausratversicherung informieren. Bei gewissen freiberuflichen Tätigkeiten greifen zudem zusätzliche Versicherungsanforderungen, wie etwa für Hebammen, Rechtsanwälte, Gutachter und mehr. Zudem empfiehlt sich für Unternehmer eine Berufs- und Betriebshaftpflichtversicherung, damit sind die meisten Schadensfälle abgedeckt. Eine Rechtsschutzversicherung ist ebenfalls eine gute Absicherung, um so im Notfall bei Streitigkeiten und Unfällen abgesichert zu sein, dabei gibt es private wie auch Firmenrechtsschutzversicherungen. Diese und weitere Versicherungen treffen nicht für jeden Unternehmer zu, sondern hängen von Ihren Risiken und Bedürfnissen ab. Hier lohnt es sich, eine Beratung bei einer Versicherung in Anspruch zu nehmen, um sich für Ihren persönlichen Fall zu informieren und dann abwägen zu können.

Vorsicht ist besser als Nachsicht – und doch ist als Unternehmer nur wenig notwendig

Wie Sie wahrscheinlich nun bemerkt haben, gibt es nicht viele Dinge, die Sie als Unternehmer zwingend tun müssen. Die meisten Aufgaben sind Ihnen überlassen und Sie treffen allein die Entscheidung über Name, Design und Webseite. Sie entscheiden über Versicherungen und Marketing und über viele andere Bereiche. Sie sollten bei Ihren Entscheidungen immer den professionellen Auftritt und den Erfolg Ihres Unternehmens im Hinterkopf behalten. Aus diesem Grund sind viele Dinge und Aufgaben vielleicht optional, allerdings doch bereits frühzeitig clever und langfristig erfolgsversprechend.

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