12. Januar 2018 | Redaktionsteam | merkur-start up

Ihr Seminar als Webinar – Organisation, Kosten, Equipment

Das neue Jahr ist noch nicht alt, aber vielleicht haben Sie sich ein paar Vorsätze für 2018 vorgenommen. Vielleicht betreffen diese auch Ihre Arbeit und/oder Ihr Business. Am Anfang eines Jahres ist es zumindest hilfreich, sich gut für die kommenden 12 Monate aufzustellen. Ihre Ausrichtung zu überdenken, Aufgaben festzulegen, Prioritäten zu setzen und sich eventuell auch neue Herausforderungen vorzunehmen. Und das ist genau der richtige Zeitpunkt, um einmal Webinare, also Online-Seminare in Angriff zu nehmen und sich darüber zu informieren, um diese in Zukunft anbieten zu können. Was Sie dabei alles beachten sollten, welche Vorbereitungen nötig sind, was Sie dafür an Ausrüstung brauchen und was Sie das ganze kostet, das erfahren Sie jetzt:

#1: Relevanter Content ist Voraussetzung Nr. 1

Am Anfang steht natürlich de Inhalt für Ihr geplantes Webinar. Wenn Sie nichts zu erzählen und mit den Teilnehmern und potentiellen Kunden teilen können, lohnt sich die Mühe und Vorbereitungsarbeit nicht. Ein Webinar sollte den Teilnehmer einen Mehrwert bieten und damit relevanten Content liefern. Dabei kann das unterschiedlich aussehen. Machen Sie sich also als Erstes Gedanken, um den Inhalt des Webinars und entscheiden Sie, ob es sich lohnt, darin zu investieren – ganz gleich, ob Zeit oder Geld betreffend. Was wollen Sie mit dem angedachten Seminar bezwecken? Dafür gibt es einige Möglichkeiten:

  • Aufbau einer Community
  • Ankündigung eines Produktes
  • Etablierung Ihres Expertenstatus
  • Verkauf Ihres Produktes oder Ihrer Dienstleistungen
  • eine Mischung aus mehreren Punkten

Wenn Sie diese Frage beantwortet haben und wissen, aus welchem Grund sich ein Online-Seminar für Sie und Ihr Business lohnt, geht es an die weiteren Details. Am besten Sie legen sich direkt einmal eine Stichpunkt-Liste an, wenn Sie über Ihr Online-Seminar nachdenken, um so schon einen groben roten Faden für den Inhalt und den Aufbau Ihres Webinars zu haben.

#2: Aufbereitungs Ihres Contents in einer anschaulichen Präsentation

Wenn Sie festgelegt haben, was Gegenstand Ihres Online-Seminars ist, geht es an die Ausarbeitung. Allen Seminaren, egal ob offline oder online, liegt eine Präsentation zugrunde. Bereiten Sie Ihren Inhalt kurz und knapp vor, die Zeitdauer Ihres Webinars spielt natürlich auch eine große Rolle. Länger als eine Stunden sollten Sie erst einmal nicht für Ihr angebotenes Online-Seminar anpeilen. Bedenken Sie, Ihre Teilnehmer müssen diese Zeit auch haben, live teilzunehmen! Daher fassen Sie Ihre Präsentation auch entsprechend kurz, denn nichts ist langweiliger als eine lange Präsentation während eines Webinars. Damit stehlen Sie nur kostbare Zeit! Notieren Sie nicht die gleichen Stichpunkte auf den Folien Ihrer Präsentation mit Keynote oder PowerPoint, sondern greifen Sie auf Stichworte, Bilder und Geschichten zurück. Wenn Sie sich mit der Kunst des Storytellings auskennen, wissen Sie, das es nur wenig auf den Folien Bedarf, um eine gute Präsentation zu halten. Unterstreichen Sie mit der Präsentation nur das von Ihnen Gesagte.

Ablauf eines Seminars

Meist bestehen Online-Seminare aus einer kurzen Begrüßung, einem inhaltlichen Teil, einer (anschließenden) Diskussion und einer Umfrage. Planen Sie für die Abschnitte entsprechend Zeit ein und das besser großzügig. Bei Fragen oder Anmerkungen der Teilnehmer kann es schon einmal sein, dass mehr Zeit verstreicht als gedacht. Außerdem sollten Sie bereits vor dem Beginn des Webinars die Teilnehmer begrüßen und willkommen heißen, denn viele loggen sich bereits einige Minuten vor Beginn ein. Diese Zeit sollten SIe nutzen, um eine gute Atmosphäre zu schaffen. Die Umfrage kann bereist zu Beginn erfolgen, um die Erwartungshaltung Ihrer Teilnehmer abzufragen. Oder aber Sie schließen diese am Ende an und holen sich direkt Feedback zu Ihrem Webinar ein! Gestalten Sie die Umfrage allerdings kurz: wenige Fragen, konkrete Antwortmöglichkeiten. Natürlich können Sie während des Webinars auch mit den Teilnehmer direkt in den Dialog treten, wenn Sie das wollen. Wenn Sie spontan reagieren können, sollten Sie die Möglichkeit zur Interaktion unbedingt nutzen. Die Teilnehmer können sich so per Headset melden und antworten, oder aber über eine integrierte Chat-Funktion.

Call-to-Action am Ende des Webinars nicht vergessen

Natürlich sollten Sie am Ende nicht vergessen, einen Call-to-Action einzubauen, also eine Aktion, die Ihre Teilnehmer am Ende durchführen sollen. Das kann die Anmeldung zum Newsletter sein, der Kauf Ihres Produktes oder aber die Vereinbarung eines Beratungstermins mit Ihnen. Das ist ganz egal, aber was Sie mir Ihrem Webinar erreichen wollen, dazu sollten Sie am Ende die Teilnehmer auch explizit anregen. Dabei geht es nicht um platte Phrasen, sondern um ein gut platziertes Angebot bzw. einen Hinweis auf Ihre Leistungen. Das ist Ihr Call-to-Action!

#3: Professionelle Ausrüstung und Equipment sind unerlässlich

Professionalität ist oberstes Gebot für ein gutes Online-Seminar. Wenn Sie also nicht auf entsprechende Räumlichkeiten, ein Studio, einen Kameramann zurückgreifen können, investieren Sie unbeingt in gutes und hochwertiges Equipment. Achten Sie auf die Auflösung Ihrer Kamera, auf die Tonqualität und auf die Lichtverhältnisse. Nichts ist schlimmer, als ein Hintergrundrauschen, eine zu dunkle Umgebung oder eine überbelichtete. Verpixelt möchten Sie mit Sicherheit auch nicht dargestellt werden. Natürlich spielt auch Ihre Internetverbindung für die Übertragung eine wichtige Rolle. Sorgen Sie also für die nötigen Vorbereitungen. Testen Sie den Raum, das Bild und den Ton vorher aus genauso wie das Licht! Achten Sie außerdem darauf dass die Kamera, egal ob Webcam oder professionelles Aufnahmegerät auf Ihrer Augenhöhe ist, so haben auch die Teilnehmer das Gefühl mit Ihnen auf Augenhöhe zu sein.

Achten Sie auch auf den Hintergrund, vor dem Sie sich platzieren.  Der Hintergrund sollte nicht zu unruhig sein, oder Sie gut präsentieren. Heben Sie sich außerdem farblich davon ab! Neutrale Hintergründe sind dafür bestens geeignet, Sie müssen sich keineswegs vor Ihrer Fachbibliothek zeigen, um auf Ihre Expertise hinzuweisen.

#4: Wahl des Anbieters für Ihr Webinar

Wenn Sie sich Ihre Ausrüstung zugelegt haben und somit über das richtige Equipment verfügen, fehlt natürlich noch ein entsprechendes Webinarsystem. Dabei gibt es mittlerweile einige Anbieter zur Auswahl, welche Sie sorgfältig prüfen sollte. Je nachdem wie Ihr Webinar gestaltet ist und an wie viele Teilnehmer sich Ihr Online-Seminar richtet, kommen verschiedene Pakete in Frage. Der Aufbau und auch der Umfang sind bei den Anbietern vergleichbar. Informieren Sie sich ausführlich beispielsweise bei diesen Anbietern:

Preise und Software-Umfang

Die Preise variieren je nach Abo und Teilnehmeranzahl. Sie können mit 10€ im Monat starten, nach oben natürlich keine Grenzen. Welcher Anbieter sich für Sie eignet, können Sie nur selbst herausfinden, aber vielleicht hilft Ihnen dieses Video über einige Anbieter dabei. Die einzelnen Webinarsysteme sind bei den Anbietern entsprechend leicht erklärt, sodass die Einrichtung eines Webinars dann schnell und einfach über die Bühne geht. Testen Sie die Software aber unbedingt vor Ihrem ersten Online-Seminar aus und machen sich damit vertraut. So vermeiden Sie Pannen während der Live-Übertragung und Sie wissen auch, wo Sie was zuschalten oder einrichten können. Ein Test-Webinar hilft dabei mit Sicherheit geübter im Handling zu werden!

#5: Vorbereitung ist das A und O

wie Sie mit Sicherheit schon festgestellt haben, ist die Vorbereitung vorab extrem wichtig für den Erfolg Ihres Webinars und einen professionellen Auftritt. Sie sollten daher genügend Zeit für die Organisation einplanen. Allerdings geht es bei einem Online-Seminar nicht um Perfektion, sondern um eine gelungen Präsentation des Inhaltes und Ihrer Persönlichkeit. Setzen Sie also einen Termin für das Webinar fest und stellen den Termin bereits und weisen auf Ihren Kanälen daraufhin, so sind Sie am Ende auch gezwungen, diesen Termin einzuhalten und letztendlich live zu gehen. Eine Planungszeit von mind. 2 – 3 Wochen für das Webinar ist realistisch. Es geht nicht um eine perfekte Performance, machen Sie sich das bewusst! Es geht vielmehr um Authentizität. Bereiten Sie Ihren Content auf, machen Sie sich lockere Notizen und schreiben Sie keinesfalls eine steife Rede für Ihr Online-Seminar. Üben Sie Ihren Inhalt auch vorab mehrmals, so werden Sie souveräner und können Ihre Inhalte immer freier vortragen. Vielleicht brauchen Sie so Ihre Notizen am Ende nur noch für den Notfall oder als kleine Sicherheit.

Software-Kenntnisse und Co-Moderation

Wie schon erwähnt, machen Sie sich mit der Software vertraut, um unvorhergesehene Fehler und Pannen zu umgehen. Wenn Sie sich unsicher fühlen und bei Ihren Testläufen nciht alles im Blick haben, wie Präsentation, Ihre Notizen, die Zeit und den Chatverlauf, dann sollten Sie überlegen, ob Sie einen Co-Moderatoren mit ins Boot holen. Dieser kann sich dann um den Chat mit den Teilnehmern und technische Fragen kümmern und Ihnen wichtige inhaltliche Fragen der Webinar-Teilnehmer aufbereitet zuspielen. So können Sie sich ganz auf den Inhalt konzentrieren.

#6: Rahmenbedingungen des Online-Seminars festlegen

Wenn Sie mit der Vorbereitung soweit gut vorangeschritten sind, erstellen Sie dann endlich Ihr Webinar. Je nach Anbieter funktioniert das entsprechend über die Software und Sie stellen das Online-Seminar ein. Dafür legen Sie Termin und Uhrzeit fest, außerdem die Dauer und einen prägnanten Titel. Überlegen Sie bei der Festlegung des Termins, wann Ihre Zielgruppe erreichbar ist. Grundsätzlich eignen sich die Wochentage Dienstag und Donnerstag gegen 19 Uhr sehr gut. Das können Sie dann allerdings auch beim ersten Webinar direkt abfragen, ob andere Terminwünsche bestehen. Außerdem erstellen Sie eine Anmeldeseite für Ihr Online-Seminar, über das sich Interessierte anmelden können. Zwar haben Webinarsysteme vorgefertigte Anmeldeseiten meist integriert, aber mit einer eigenen können Sie das Layout selbst festlegen und sich von anderen abheben. Am besten Sie reduzieren die Eingabefelder für Interessierte auch stark, denn keiner hat Lust einen halben Lebenslauf direkt bei einer Anmeldung auszufüllen. Beschränken Sie sich dabei also am besten Auf die Mail-Adresse und eventuell noch den Namen des Teilnehmers. So haben Sie außerdem direkt eine Kontaktmöglichkeit, über die Sie die Teilnehmer informieren können. Das ist nützlich für die Bewerbung Ihres Online-Seminars.

#7: Marketing für Ihr Webinar betreiben

Im letzten wichtigen Schritt vor dem Webinar geht es an die Bewerbung, denn Sie sind natürlich nicht der oder die einzige, die ein Webinar anbieten und wie wollen Sie gefunden werden. Sie müssen sich daher aktiv um das MArketing kümmern und auf Ihr Online-Seminar aufmerksam machen. Wie das geht? Nutzen Sie Ihre Kontakte und Bekannten und schicken Sie diesen eine Mail mit dem entsprechenden Hinweis und der Ankündigung zu Ihrem Webinar. Natürlich sollten Sie nur Kontakte auswählen, für die der Content relevant ist und die daran interessiert sein könnten. Darüber hinaus können Sie Social Media nutzen und dort über Ihre Kanäle, aber auch über spezifische Gruppen und Foren zum Themengebiet den Hinweis streuen. Erstellen Sie am besten auch noch ein eigenes Event in den sozialen Netzwerken, das auf Ihr Online-Seminar verweist. Dort können Sie Interessierte auch über nützliche Infos informieren und darüber hinaus später auch für weitere Webinare als „Kundenstamm“ nutzen. Wenn Sie einen Newsletter verschicken, gehört da natürlich auch Ihr Webinar rein! Werden Sie kreativ und bewerben Sie Ihr Webinar, wo nur möglich – allerdings immer mit inhaltlichem Bezug und auf professionelle Art und Weise!

#8: Nach dem Webinar ist vor dem Webinar

Auch die Nachbereitung Ihres Webinars ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg weiterer Online-Seminare. Denn Sie werden schnell merken, was Sie im ersten Versuch falsch gemacht haben und wo Sie sich noch verbessern können. Wenn Sie eine Umfrage für Feedback nutzen, hilft Ihnen das natürlich bei der Auswertung und dann bei der Konzeption des nächsten Webinars. Notieren Sie sich am besten direkt nach dem ersten Webinar, was Ihnen aufgefallen ist, was Sie besser machen können, welche Ideen und Verbesserungsvorschläge Ihnen einfallen und selbstverständlich auch, was gut lief, was Ihnen geholfen hat und was Sie so weiter übernehmen können. Versuchen Sie, sich immer weiter zu verbessern, den Ablauf zu optimieren und das Erlebnis für Ihre Teilnehmer noch angenehmer, noch besser zu machen!

 

Eine gute Zusammenfassung der wichtigsten Schritte auf dem Weg zu Ihrem ersten Webinar und eine praktische Checkliste, finden Sie hier.

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